erfolgreich - kommunikativ - glücklich mit Alix Krüger
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Hier stelle ich Ihnen immer wieder einmal positive Ereignisse, Ausstellungen oder Nachrichten aus der Medizin vor, die Sie ermutigen oder interessieren könnten.

Die Lange Nacht der Universitätsmedizin 2018

 

Das war ein ganz besonderer Event mit unbeschreiblich vielen Highlights der Medizin auf dem Gelände des Universitätsklinikums Münster und der medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU Münster).

 

Die wirklich beeindruckende Vielzahl und Qualität der Angebote gaben den Besuchern die Möglichkeit, genau so viel von der Dosis „Medizin heute“ aufzunehmen, wie sie das wollten und konnten. Sie hatten die Chance, selbst Einblicke in so viele Aspekte, Gebiete und Möglichkeiten der Medizin zu gewinnen. Nicht abgeschottet als Leidende auf den Fluren zu warten, sondern selbst und auch als Gesunder zu sehen, was da hinter den Türen ist, hinter denen die weißen Kittel sonst immer so schnellen Schrittes mit konzentrierten Gesichtern verschwinden.

Und die Reaktionen waren entsprechend.

 

Das fast ungläubige Staunen bei den Besuchern, die den neuen Operationsroboter da Vinci erlebten. Die Begeisterung und das sichtliche Interesse, mit dem sich Besucher durch Herz, Gehirn, Darm und Nieren hindurch zwängten, die als plastische Modelle begeh- und erfahrbar in den Fluren aufgestellt waren.

 

Die Nachdenklichkeit, wenn sie aus den Vorträgen über Funktionsweisen und Erkrankungen herauskamen oder selbst erfuhren, wie sich Alter und Demenz anfühlen, wenn man im Alterssimulationsanzug steckt und den Demenzparcours bewältigen soll, „der doch eigentlich so leicht aussieht, wenn man nicht drin steckt.“

 

Ein junges Mädchen, das ganz begeistert nur so sprudelte, dass sie selbst einen OP-Kittel angehabt habe „und sogar richtige Handschuhe und so eine Duschhaube – so, wie die OP-Ärzte, die man immer im Fernsehen sieht.“ Ich lächelte und antwortete ihr: „Das Schönste ist: Du hast genau so etwas wie die wirklichen Ärzte an, wie die, die hier operieren. Nicht wie Fernsehärzte.“ Sie nickte eifrig: „Stimmt, ja. Ich werde nämlich auch Ärztin!“

Na bitte. Zukunft gesichert.

 

Ein Besucher sagte ganz nachdenklich, stellvertretend für viele ähnliche Stimmen, die ich hörte: „Ich wusste gar nicht, wie viel man in der Medizin machen kann. Und irgendwie ist mein Respekt vor den Ärzten ein anderer geworden. Was die alles lernen müssen! Ich staune, dass man überhaupt so viel in seinen Kopf reinkriegen kann!“

Sein Nachbar nickte zustimmend: „Irgendwie glaubt man diesen Ärzten, die hier so viel erklären, jetzt viel mehr,  dass sie nicht nur für die eigene Karriere arbeiten, sondern auch wirklich uns Patienten helfen wollen..."

Na bitte. Vertrauen ist am Start.

 

Ein großer Erfolg, wenn dies ein Weg zu mehr Vertrauen zwischen Medizinern und Patienten ist. Zu mehr Achtung und gegenseitigem Respekt.

In meinen Augen zeigten das UKM und die medizinische Fakultät mit allen daran beteiligten Mitarbeitern der Bevölkerung mit den Angeboten dieser Langen Nacht eine Öffnung in der Medizin, die Hoffnung auf wirkliche Veränderungen macht.

Jeder konnte sich selbst von dieser Offenheit im Denken, Umdenken, Nachdenken und Zulassen von Veränderungen überzeugen. Die Besucher konnten sich selbst ein Bild machen von dieser neuen Art der Verantwortung und Verpflichtung den Menschen von Münster, Westfalen und NRW gegenüber.

Sie konnten diese Einstellung zu den bestehenden Fragen und die Veränderungen in der Medizin selbst wahrnehmen. Eine Entwicklung, die Mut macht und sich hoffentlich auf diesem Wege immer weiter entwickelt mit großer Wirkung weit über die Landesgrenzen hinaus.

 

Das ist ein wichtiges Zeichen in einer Zeit, in der so viel Negatives auch über die Medizin und die Ärzte berichtet wird, oft einseitig und zu häufig nach dem Grundsatz: ‚bad news are good news‘. Oder profaner ausgedrückt: ‚Nur Skandale verkaufen sich gut‘. Natürlich gibt es ungute und sehr schlechte Entwicklungen in der Medizin und sie sollen auch weder hier noch sonst irgendwo klein geredet werden.

Wichtig erscheint mir daher auch: Das UKM geht offensichtlich sehr offen mit seinen Problemen um und gerade das scheint mir Wirkung zu zeigen. Sei es der grassierende Personalmangel, seien es andere Schwierigkeiten und Rückschläge beim Verwirklichen großer Pläne. Natürlich ist noch viel zu tun, noch muss viel nachjustiert werden, kein Zweifel. Die Besucher konnten erfahren, was sich alles noch ändern muss, aber auch dass diese Änderung bereits begonnen hat.

Das UKM zeigte überzeugend, dass es seine eigenen Leitsätze ernstnimmt.

 

Die positive Sicht, die so viele Besucher mitnehmen konnten, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, den wir all jenen Mitarbeitern des UKM verdanken, die mit all der langen Vorbereitungszeit und ihrem Einsatz den Bürgern, Menschen und Patienten etwas Wichtiges geben wollten: Empathie, Offenheit und ihr Fachwissen.

Dafür sei allen auch hier auf diesem Wege gedankt!

 

Neben den vielen Besuchern, die ich beobachtet und mit denen ich mich unterhalten habe, habe ich auch den Vorstand der Klinik und der WWU beobachtet und mit einigen von ihnen persönlich gesprochen.

Diese Gruppe von Menschen an der Spitze dieses Riesenunternehmens, die ja – jeder für sich genommen – schon beeindruckende Karrieren hingelegt und viele Ehrungen eingesammelt haben, war schon deshalb überraschend, weil ich weder aus der beobachtenden Distanz noch im nahen Gespräch auch nur den Hauch jener Arroganz feststellen konnte, die so oft zur Distanz zwischen Menschen und Medizinern führt. Sondern ganz im Gegenteil – ich fand freundliche, „normal gebliebene“  Menschen – wie ein Besucher das so schön nannte – vor, die sich überzeugend als Teamplayer zeigten und sich offen für die Menschen um sie herum interessierten. Von Distanziertheit und Nase-hoch war keine Spur zu sehen.

 

Sie zeigten sich in der Lage zu einem glaubhaften Lächeln und einer offen gereichten Hand zu jenen, die sich oft nicht genug beachtet fühlen: Den Menschen, die die Medizin von der anderen Seite her erleben. Den Patienten. Und das ist etwas, das wir in der Medizin brauchen. Nicht abgehobene Erfolgsmenschen, sondern Koryphäen, die trotz Karriere und Erfolg nah an den Menschen und erreichbar geblieben sind.

 

Diesem Vorstand des UKM traue ich zu, dieses große Universitätsklinikum weiter in eine neue Ära zu führen, in der es die hochentwickelte Medizin ebenso gibt wie den Menschen, wie er leibt und lebt.

Man konnte ihnen glauben, als sie sagten, sie forschen zusammen mit ihren Teams von Kollegen und Mitarbeitern für die Menschen, um Menschen bei der Gesundung zu helfen. Sie setzen sich glaubhaft ein und müssen oft genug auch für den Erfolg für die Patienten kämpfen.

 

Dieser positive Eindruck setze sich bei meinen Rundgängen durch das UKM bis zuletzt so fort. Überall offene Gesichter bei Ärzten und Fachpersonal, bei allen Mitarbeitern glaubhaftes Interesse an den Menschen, empathische Bereitschaft, Wichtiges mitzuteilen und zu erklären. Interessiertes Zuhören seitens der Besucher an vielen Ständen und Stellen und das bis in die späten Abendstunden hinein. Und lauter freundliche, hilfsbereite Guides, die unermüdlich viele Fragen beantworteten.

Dazwischen hörte man immer wieder erfrischendes Kinderlachen über dem Campus und viele „Ah’s“ und „Oh’s“, untermalt von fröhlicher  Musik und begleitet von leichtem Essensduft – eine kleine Stadt der großen Wissenschaft feiert einen wichtigen Erfolg mit einem schönen Abschluss.

 

Es gibt nicht viel zurzeit, was in der Medizin so viel Hoffnung macht, wie diese Erfahrung eines großen, wirklich überzeugenden Teams im UKM in der "Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster 2018".

 

Ich gratuliere herzlich zu diesem verdienten Erfolg!

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© Dr. Alix Krüger