erfolgreich - kommunikativ - selbstbewusst mit Dr. Alix Krüger
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Scheuklappen, Wahrnehmung oder kognitive Dissonanz?

Die Entscheidung, ob wir die Scheuklappen oder doch lieber ein besseres Zulassen unserer Wahrnehmungs-Meldungen wählen, trifft jeder Mensch für sich selbst und trägt somit auch allein die Verantwortung dafür.

Manche Menschen sind bei den Scheuklappen sogar noch etwas gründlicher: Es reicht ihnen nicht, wie sehr die seitliche Sicht schon verringert wurde. Sie fühlen sich immer noch von dem gestört, was da noch alles an sie herankommt und zurren deshalb die Scheuklappen auch vorne richtig fest zusammen. Das sind jene Mitmenschen, die nichts ändern wollen, alles so wie immer belassen möchten. Solange es nur sie selbst trifft, haben sie das Recht, sich ihr Leben so zu gestalten.

 

Sobald jedoch eine Gemeinschaft von solchen Menschen ausgebremst wird, können bestimmte Maßnahmen allen Seiten helfen, um das Ergebnis der ganzen Gruppe, des Teams, des Unternehmens deutlich zu steigern.

Wüssten mehr Menschen das Ausmaß dessen, was ein geübter Beobachter alles an uns so ablesen kann, durch uns selbst ‚verraten‘ bekommt, würden viel mehr Menschen sicher Intensivkurse und Trainings belegen, um die eigene Wahrnehmung von den eigenen, oft hemmenden Vorstellungen zu befreien.

 

Unser Gegenüber wird sich sowieso selbst ein Bild von uns machen. Und wird dabei seine Eigensicht anwenden. Damit fließen auch seine eigenen Erfahrungen, Erwartungen, Annahmen und Vermutungen mit ein, die mit uns gar nichts zu tun haben müssen.

 

Es ist daher sehr wichtig, vor jeder, besonders jeder Selbst-Beurteilung zunächst einmal festzuhalten, was für uns tatsächlich nachweisbar oder überprüfbar ist und was wir rein subjektiv empfunden haben.

 

Erst sehen, fühlen, tasten, in uns hineinhorchen, empfinden, dann erst vorsichtig und ruhig auswerten.

Vorsichtig deshalb, da wir diese Pippi-Langstrumpf-Variante: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ oft geradezu meisterlich beherrschen.

Daher gibt es Scheuklappen in allen Positionen und Schichten, Alters- und Bevölkerungsgruppen.

 

Gegen Selbstbestimmung des eigenen Lebens ist prinzipiell nichts einzuwenden, warum nicht?

 

Wir wollen uns alle wohlfühlen, der hohe Wert dieses Wohlgefühls in uns selbst wird heute kaum noch bestritten.

 

Nur sollte diese Selbstbestimmung auf dem Boden von Tatsachen stehen.

Denn bei allem Verständnis für diese lustige Version der Pippi Langstrumpf birgt sie auch einen Aspekt, der uns in unserem täglichen Leben weniger gut bekommt:

 

Diese Art selbstgebauter Wirklichkeit kann zu Einschränkungen der eigenen Wahrnehmungen führen, eben durch den Filter-Befehl, den wir selbst bestimmen: „Ich sehe das aber so!“ oder eben auch „Na, das sehe ich aber ganz anders!“.

Die eigene Sicht. Da wird schnell einmal aus dem Apfel ein Apfelgriebs.

Und wo ist das, was das Gegenüber sagte?

 

Wenn wir dann ein Feedback unseres Körpers bekommen, das nicht in unsere so schön gebaute Weltsicht hineinpasst, so wird das Feedback verändert und eben leider nicht unsere vielleicht nicht mehr ganz aktuelle Weltsicht. Durch dieses Ausgrenzen der nicht gefallenden Wahrnehmungen – auch als „kognitive Dissonanz“ bezeichnet – schränken wir uns selbst sehr ein. Weil wir uns dadurch oft schwertun, die Sicht anderer Menschen an uns heranzulassen.

 

Wir selbst lesen an der Körpersprache unseres Gegenübers doch auch deutliche Hinweise ab, wie er sich wirklich fühlt. Warum sollten die anderen das nicht können? Mit der verbalen Sprache kann man noch täuschen, mit Mimik und Gestik eher nur kurzfristig, mit der Körpersprache fast gar nicht, da gewollte Veränderungen viel später ausgesendet werden, als jene spontan gefühlten Emotionen.

 

Und die sind nun einmal entscheidend. Ihnen glauben wir weit mehr. Wir spüren sofort, ob eine Begeisterung echt ist oder ob jemand uns nicht zeigen will, wie er wirklich denkt. Wir wissen, wann unsere Kinder „schummeln“ und lassen sie in dem Glauben, dass wir mit diesem Wissen über "mütterliche Zauberkräfte" verfügen. Das Märchen von den Zauberkräften hält nicht ewig, die Magie der Körpersprache sehr wohl.

Diese Außen-Sicht, die Sicht "des Gegenübers" ist extrem wichtig.

Für die Katze wie für die Maus. Für letztere wahrscheinlich lebenswichtig.

 

Für uns ist unsere eigene Verortung in der uns betreffenden Gesellschaft wichtig für jenes Gefühl des Dazu-Gehörens, der Wertschätzung durch uns wichtige Menschen:

Jener Gemeinschaft, die uns persönlich wichtig ist, oder jenen Gruppierungen, aus denen eben zurzeit unsere u.a. berufliche Umgebung besteht.

 

Nicht alles kann sich jeder immer aussuchen.

 

Doch wir können vieles weit leichter und positiver gestalten, als uns dies oft erscheint.

 

So ist es gerade in dieser sich sehr schnell verändernden Welt zunehmend wichtig, auch mit Anforderungen umgehen zu können, die wir so nicht gern „wahr-haben“ wollen. Aber die nun einmal genau so unsere Realität sind.

 

Hierfür ist die Nutzung unserer Körpersprache in alle Richtungen ein erwiesenermaßen sehr hilfreiches Training. Einen ehrlicheren Trainer als Ihre eigene Körpersprache bekommen Sie nie wieder – vorausgesetzt, Sie können deren Feedback auch an sich heranlassen. Bei ihr wissen wir immer genau, woran wir sind.

Die Katze weiß das instinktiv.

Die Maus auch.

Wir müssen es wieder lernen.

 

Unsere Wahrnehmungen können wir nicht alle sozusagen „manuell“ oder „nach Belieben“ steuern, natürlich nicht. Und oft ist das auch besser so.

Jedoch können wir diese kognitive Wahrnehmung so breit halten, wie es uns irgend möglich ist. Je mehr Input wir zulassen, desto mehr Output können wir bieten. Je mehr wir sehen und hören, fühlen und wahrnehmen, desto mehr können wir kognitiv entwickeln und dann auch tun. Und um dieses Tun, diese Umsetzung geht es!

 

Daher ist die Hilfe bei kognitiver Dissonanz oder Scheuklappen durchaus sehr nah: Wir haben sie – sozusagen „mobil“ – immer dabei! In unserem Körper, zu dem – man soll es nicht für möglich halten – der Kopf tatsächlich vital entscheidend dazu gehört!

Ich amüsiere mich immer wieder über die Formulierung: Mein Kopf und mein Körper. Und frage dann ab und an: „Und wo tragen Sie Ihren Kopf? Unter dem Arm?“ Denn bei einer festen Einheit benennen wir nicht die Einzelteile unabhängig voneinander.

 

Das Training der Introspektion über die Körpersprache ist ein emotional starker, kognitiv belastbarer Weg zu sich selbst, in den eigenen Steuerbereich hinein. Jenen „eigenen Hochsicherheitstrakt“, wie ich ihn immer bezeichne, in den in der Regel niemand außer uns selbst auf Dauer hinein kommt, auch nicht, wenn wir das vorübergehend mal wollten.

Die tiefe, spürbare Lebensfreude, sich selbst steuern zu können, ist ein wunderbarer Energie-Schub für uns selbst aus unseren eigenen Ressourcen heraus, der jedes Training lohnt.

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