erfolgreich - kommunikativ - selbstbewusst mit Dr. Alix Krüger
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Die versteckten Schätze

Photo by Elijah Hiett on Unsplash

 

Wer kennt sie nicht, die Situationen, die viel von uns abverlangen?

Schnelle Reaktionen auf kurzfristige Veränderungen. Jederzeit voll verfügbare Leistung. Sofortige Hilfsmodelle bei geistigem oder emotionalem „Verkehrsstau“.

 

Vielleicht auch mehr, als in dem Moment im eigenen Speicher liegt? Was bekanntlich schnell zu einem Gefühl der Überforderung führen kann, welches nahe am Teufelskreis der Selbstentmutigung vorbeischliddert.

 

Sicher, gute Freunde können hier unterstützen, wenn es darum geht, erst einmal kurz zur Ruhe zu kommen und die Situation gelassener betrachten zu können. Auch die Familie kann ein Tool der Hilfe sein.

Aber können sie genau dann immer auch wirklich zur Stelle sein?

 

Wir wollen oft gerade in unseren Krisensituationen niemanden „belasten“. Zudem empfinden wir diese auch als Zone besonderer Verletzbarkeit, keineswegs immer zu Unrecht. Daher wollen wir uns auch nicht als schwächer outen, als wir selbst glauben, nach außen wirken zu dürfen.

Außerdem ist es ja auch unbestreitbar richtig und entspricht der Selbstverantwortung, mit den eigenen Problemen umgehen zu können.

 

Gerade in solchen kniffligen Situationen nehmen wir unsere Ressourcen nicht wahr, wir schöpfen ja aus ihnen. Wir haben alles andere im Kopf, als unseren inneren Kräfte wieder aufzubauen. Und das haben wir nicht nur in der Krisensituation nicht, sondern vielfach auch nicht danach.

Woher also nehmen und nicht stehlen, wenn sie einmal nicht zur Verfügung stehen, weil sie vorübergehend leer sind?

 

Ich finde es immer wieder ungemein aufbauend, zu erleben, dass es gerade in diesen Momenten Hilfen gibt, die wir „mobil immer dabei“ haben. Die wir sozusagen körperintern mitführen. Wir vergessen sie nur oft oder haben sie gar nicht „auf dem Schirm“.

 

Die versteckte Schatzkammer.

 

Ich bezeichne diese eigenen Ressourcen als unsere „versteckten Schätze“, unsere „Hidden Treasures“ analog zu den ‚Hidden Champions‘. Sie sind der Fundus, aus dem wir die erforderliche, zusätzliche Kraft zu den oben geforderten Leistungen erbringen können.

 

Unsere „betriebseigenen“ Reserven. Die wir nutzen können – unter der Voraussetzung, dass wir mit ihnen sorgsam umgehen, also nach dem „Tragen des Schmucks“ diese Schätze wieder in unsere Schatztruhe zurücklegen und nicht irgendwo herumliegen lassen.

 

Ermutigend empfinde ich es immer wieder, dass es einen sehr erfreulichen Unterschied dieser eigenen versteckten Schätze zu allen anderen Reichtümern gibt. Letztere können wir verlieren, weil andere sie uns wegnehmen und für sich selbst annektieren können.

 

Unsere inneren Schätze kann uns niemand nehmen. Niemand kann auch sie nur benutzen, wenn wir dies nicht zulassen. Nur, wenn wir das nicht verhindern, können andere unsere ‚Tankstelle‘ anzapfen.

Sie würden auch nicht dulden, dass jemand ohne Ihre Erlaubnis sein Elektroauto auf Ihre Kosten an Ihrer Steckdose lädt, oder?

 

Dieses Verhindern geht relativ schnell: Ein freundliches, bestimmtes "Nein".

So brauchen wir unsere Kraftquelle nicht vehement zu verteidigen – wie angenehm. Sondern können sie pflegen, um sie wieder „in alter Frische“ zur Verfügung zu haben.

Wir allein können sie nutzen, mit ihr wirken, von ihr profitieren.

Letzteres wird dann zunehmend auch für unsere Umgebung spürbar, denn wir werden gelassener, offener, weniger verkrampft, je besser wir sie pflegen. 

 

Aber auch nur wir können diese Schätze wieder zurücklegen. Das vergessen wir oft.

Das ist die ganz normale Kehrseite. Sonst liegen wichtige „Perlen“ unseres Inneren überall verstreut in diversen Regionen unseres Körpers einfach so herum. Verbraucht und in diesem Zustand nicht nutzbar. Sie müssen erst wieder ins „Depot“ zurückgebracht und aufgearbeitet werden.

Diesen Effekt können wir gut an uns bekannten körperlichen Funktionen, hier der Muskultur, beispielhaft miterleben.

 

Nichts ist überzeugender als die Erfahrung „am eigenen Leibe“.

 

Vergessen wir das Zurücklegen und benötigen solche verbrauchten Rücklagen dann akut, können wir nicht sofort an sie heran, weil wir erst auf die Suche danach gehen müssen.

Unpraktisch.

 

Sicher kennt jeder von uns dieses Gefühl der Überforderung. Stellen Sie sich jetzt einmal vor, genau in einem solchen Moment, in dem Sie sich total kopflos fühlen, alles über Ihnen zusammenschlägt, ist plötzlich Ihr innerer Freund genau in diesem Moment für Sie da. Sie rufen ihn um Hilfe und er ist verlässlich an ihrer Seite.

Ein Traum oder?

Nein, kein Traum – das kann Realität sein, wenn Sie Ihre inneren Ressourcen als Ihren Freund erkennen.

 

Der Trick ist, genau dort zu suchen, wo die höchste Wahrscheinlichkeit besteht, die Schätze zu finden und alle wieder in die Truhe zurückzulegen.

Von allen Ressourcen wie den persönlichen, den sozialen, den sozialräumlichen und den materiellen können wir die persönlichen noch am ehesten selbst beeinflussen.

 

Sie bestimmen unseren eigenen Denk- und Handlungsspielraum, sie bestärken uns in unseren Kompetenzen, über sie können wir unangenehme Einflüsse und Auswirkungen auf unser Leben und unsere Wahrnehmung deutlich reduzieren.

 

Unsere Ressourcen – unser wichtigster Freund. Ein Leben lang.

 

Gelegentlich braucht dieser Freund etwas Unterstützung. Weil wir ihm nicht mehr zuhören. Weil wir ihn nicht mehr so recht wahrnehmen und daher vergessen, ihn zu pflegen. Wir sind gewöhnt daran, dass er top funktioniert.

 

Es ist wie immer: Dass unsere Heizungsanlage regelmäßige Wartung gebraucht hätte, merken wir auch erst, wenn sie kalt bleibt. Dass sie das vorzugsweise überwiegend im Winter macht, ist auch vielsagend. Daraus kann man lernen – unser Körper gibt dann auch gern einmal in Momenten Signale der Schwäche, in denen wir das weder erwartet haben noch gebrauchen können.

 

Vorsicht ist eben doch besser als Nachsicht.

 

Freundschaften wollen wir ja auch in anderen Bereichen unseres Lebens pflegen, damit sie uns erhalten bleiben. Den „inneren Freund“ zu pflegen, bedeutet in die eigene Lebenskraft zu investieren.

 

Nehmen wir nicht viel zu oft etwas als „gegeben“ an, was schlicht keine Tatsache ist? „Wenn ich in Rente/Pension bin, dann kann ich mindestens die nächsten 15 Jahre endlich leben, wie ich will. Tun, was ich will.“  Wer hat uns garantiert, dass wir dieses Alter erreichen? Wo haben wir das „gebucht“? Und dann noch gesund genug erreichen, um wirklich das zu tun, was wir wollen? Dass wir die Rente dann auch wirklich noch so lange genießen können wie „geplant“?

 

Ein zu hoher Anspruch? Zu selbstverständlich?

 

Ist es nicht unser Körper mit seinen Ressourcen, der „mittun“ muss, damit unser Ziel klappt?  Unterstützung ohne Gegenleistung? Zu wie viel Unterstützung sind wir selbst bereit, wenn wir nichts oder nur einen Minimaleinsatz zurückerhalten?

Wie helfen wir unserem Körper dabei? Anbei nur kurz: Wenn ich „Körper“ schreibe, meine ich den ganzen Körper mit all seinen Systemen, nicht in Einzelteilen: Körper vs. Kopf. Schließlich tragen wir den Kopf eher selten unter dem Arm.

 

Was ermöglichen wir ihm, was lassen wir für ihn zu? Mit welchen Gedanken, welchen Einstellungen und durch welche Handlungen unterstützen wir unseren Körper? Z.B. durch das Überwinden eigener Faulheit, das Weglassen von Ausreden und Selbstberuhigungen gegen seine Interessen? Wie fördern und fordern wir ihn? Was geben wir ihm zurück?

 

Aus diesen Überlegungen kann eine neue Bescheidenheit und Nachdenklichkeit entstehen, aus der sich wunderbare Chancen ergeben können – warum sie liegen lassen?

 

Gezielte Selbststeuerung – was eben noch so beängstigend schien, scheint plötzlich viel leichter. Was uns mit Selbstzweifeln erfüllte, lässt sich bis zum Ursprung rückverfolgen und erweist sich oft als leichter zu verändern, als auch nur im Entferntesten vermutet.

 

Power live!

 

Zudem wir können das direkt, sozusagen „live“ miterleben. Haben Sie nicht auch schon einmal jene Kraft und Emotionalität gespürt, wenn Sie etwas Beeindruckendes, was Sie tief bewegt, mit allen Sinnen bei sich selbst miterleben?

War in diesen Momenten wichtig, in welcher Gesamtsituation Sie in dem Moment waren?

 

Wir spüren die Kraft des Erlebnisses, des Momentes. Ein Kraft-Moment mehr. Aus vielen solcher Power-Impressionen entsteht eine bessere Stimmungslage, entsteht mehr Mut, neue Ideen, neue Wege. Wer kann das – noch dazu im Moment – nicht gut gebrauchen?

 

Ich denke, wir als Menschen sind die Veränderungen wert, die jetzt anstehen und so wichtig sind.

Was meinen Sie?

 

Für Fragen und Unterstützung finden Sie mich hier

 

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