erfolgreich - kommunikativ - selbstbewusst mit Dr. Alix Krüger
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Die Corona-Krise gemeinsam überstehen!

Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay

 

Natürlich sind die Folgen von Corona (oder auch SARS-CoV-2) derzeit für viele schlicht existenzbedrohend und lösen damit Ängste aus. Alles andere wäre auch erstaunlich. Soweit die Ausgangssituation, die sicher auch noch länger anhalten wird, bis die Situation sich einigermaßen stabilisiert.

 

Umso mehr ist es für uns alle wichtig, einen ruhigen Kopf und einen gesunden Körper zu behalten. Schließlich ist medizinische Hilfe derzeit ohnehin durch Corona extrem gefordert und muss gerade jetzt in dieser Krise möglichst umfangreich auch dafür zur Verfügung stehen können. Daher müssen wir alle mithelfen, in dem wir es unbedingt vermeiden, ein „vermeidbarer Fall“ zu sein.

 

Ist das leicht gesagt: „Ruhigen Kopf behalten!“? Nein! Definitiv Nein! Schließlich erfahre ich täglich in den Telefongesprächen immer wieder die tiefe Erschöpfung, Verzweiflung und auch Fassungslosigkeit der Ärzte und Pflegekräfte, mit denen ich schon länger arbeite.

Die über die schwer zu ertragenden Situationen reden, um für sich selbst einen Weg zu finden, damit umgehen zu können. Die mir immer wieder und wieder fassungslos schildern, wie wenig die Menschen begreifen, dass jetzt wirklich Abstand voneinander gefordert ist:

„Die geben sich immer noch die Hände, als wären sie nicht von dieser Welt.“

„Es gibt Menschen, die verstehen den Ernst der Lage einfach nicht.“

 

Ein Arzt war angesichts der erlebten Ignoranz einfach nur noch tief betroffen: „Immer höre und lese ich: ‚Wird schon nicht so schlimm sein‘. Das sind Menschen jeden Alters. Die denken an ihr eigenes Vergnügen, handeln nach ihren eigenen Vorstellungen, als gäb‘s kein Morgen. Aber vielleicht gibt’s für die bald wirklich kein Morgen!“.

Eine Ärztin sagte tief frustriert: „Von wegen nicht so schlimm! Am liebsten nähme ich die mal auf die Intensiv mit, aber da liegen todkranke Menschen und keine Demoobjekte!“

Prof. Schade vom Robert-Koch-Institut hat auf einer Pressekonferenz am 16.03.20 über sog.  „Corona-Partys“ berichtet. Da bleibt einem wirklich die Luft weg.

 

Das alles macht jeden Coach, mag er diese Arbeit noch so lange tun, betroffen und nachdenklich. Aber ich bin dazu da, Unterstützung zu geben, nicht um mitzuleiden.

Das Beste, was wir zu dieser Corona-Pandemie selbst beitragen können, ist, uns so stabil zu halten, dass wir uns nicht durch zusätzliche Selbstschwächung in Gefahr bringen. Es ist auch ohne diese eigene Ressourcenreduzierung für viele Menschen derzeit extrem schwierig.

 

Ganz besonders für alle medizinischen Teams, für Feuerwehren, Sanitäter, Polizei, alle Retter in jeder Form in unserem Land ist es die beste Unterstützung, die wir ihnen geben können, wenn wir selbst auch hier eigene Verantwortung übernehmen und aktiv dafür sorgen, dass sie durch uns nicht noch mehr belastet werden.

 

Der Respekt, der diesen ganzen Berufsgruppen gebührt, ist riesengroß. Sie können nicht online arbeiten, sie können nicht ins Homeoffice wechseln. Sie sind da und sie helfen, so gut sie können und riskieren dabei auch die eigene Gesundheit.

Diese große Leistung können wir alle in einer Form honorieren, die diesen Menschen auch tatsächlich Unterstützung bedeutet. Wir können es ihnen ersparen, dass wir ihnen unnötige Arbeit machen, sie unnötig belasten, indem wir alles ausschließen, was an Gefahr auszuschließen ist.

 

Sicher ist auch die Idee, ihnen um 21:00 Uhr gemeinsam den Beifall zu geben, den sie verdienen, eine wichtige Anerkennung.

Noch wichtiger ist es jedoch, ihre Arbeit zu unterstützen, in dem jeder einzelne dafür sorgt, nicht selbst zu einem Krankheitsfall zu werden.

Jeder ist gefordert, um nicht in der Klinik zu landen. Jeder ist also genau dort gefragt, wo er tatsächlich wirklich etwas tun kann. Und genau da sind wir selbst im Fokus. Jeder von uns. So unbequem das ist, derzeit geht die allzu gewohnte und nie gute Einstellung: „Wenn die anderen..., ja dann....“ überhaupt nicht mehr.

 

Umso mehr gilt für uns alle, einander zu schützen und alle Mitarbeiter in der Medizin entlasten.

Was haben wir für Möglichkeiten?

Die allererste sinnvolle Maßnahme ist es, sich zu Corona und den Folgen ausschließlich dort zu informieren, wo der wirkliche Fachverstand erwiesenermaßen sitzt.

Eine große Hilfe, die ich immer wieder nenne, ist der ständig aktualisierende Podcast des NDR mit Prof. Christian Drosten, Arzt und einer der derzeit führenden (wenn nicht der führende) Virologe zu diesem Thema: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Sein deutliches Plus ist: Er erklärt hochkomplizierte Zusammenhänge so, dass auch Laien sie verstehen können. Ruhig und klar, verständlich und sehr deutlich. Und dadurch ermöglicht er viel eher das eigene Herausfinden von Handlungen, die wir jetzt für unser Leben umsetzen können und müssen. Zudem äußert er sich nicht zu Themen, zu denen er sich nicht als Fachmann äußern kann oder wenn, dann auch ganz deutlich als Ansicht des Bürgers/ der Privatperson. Auch das ist angenehm, ehrlich und wirkt sehr überzeugend. Eine hervorragende Quelle, auch für Mediziner, die sein Fachwissen suchen.

Weiterhin das Bundesgesundheitsministerium:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

und dort auch die Unterseiten:

https://www.zusammengegencorona.de/informieren/

https://www.zusammengegencorona.de/wirbleibenzuhause/

 

Ebenso relevant und verlässlich sind die Informationen des Robert-Koch-Instituts:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Hygiene.html

 

Was vielfach übersehen wird, ist der Unterschied zwischen Ausgangssperre und Quarantäne: Daher ist dieser Link für Hundebesitzer sicher auch hilfreich:

https://www.spiegel.de/gesundheit/coronavirus-darf-ich-bei-einer-ausgangssperre-noch-mit-meinem-hund-raus-a-bbeb029f-0fdd-410e-9f6f-a9f05bda87db

Soweit einige medizinisch und faktisch verlässliche Informationsquellen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie immer wissen, wessen Informationen Sie sich gerade einverleiben. Hier gibt es auch viele nicht fundierte Hinweise von selbsternannten Fachleuten, um die man besser einen Riesenbogen macht - im eigenen Interesse.

Und das führt mich zum zweiten, nicht minder wichtigen Punkt, den wir selbst tun können.

Hierbei können uns mehrere Maßnahmen helfen, über die letztlich ohnehin nur wir selbst verfügen können.

Ganz vorn an steht unsere Einstellung. Wovon ist sie geprägt? Von unseren Vorstellungen? Neigen wir dazu, uns jene Nachrichten herauszusuchen, die uns am besten „in den Kram passen“.

Irgendwo haben wir alle diese Neigung, mal mehr, mal weniger.

 

Wer jetzt zu schnell aufbraust und sagt: „Das würde ich nie tun!“, möge noch einmal Luft holen und mal ganz tief in sich hineinhorchen. Keiner machts, aber dennoch ist dies eine ständig sprudelnde Quelle häufigen Fehlverhaltens. Gerade in diesen Zeiten kann eine solche Selbsteinschätzung/ eine solche Einstellung gefährlich für ganz viele Menschen sein. Für uns alle – ohne Ausnahme jeden von uns. Nicht nur für die Risikopatienten, gleich ob alt, älter oder jünger, gleich welche Vorschädigung besteht.

Für jeden von uns.

 

Auch für Ihre Freunde, für Ihre Familie, Ihre älteren Eltern, Ihre Kinder. Für die hübsche Freundin oder den tollen Freund, die jemand gerade erst kennengelernt hat, oder die tolle Gruppe, mit der man so viel Spaß haben kann. Was, wenn wir entdecken müssen, dass womöglich wir sie infiziert haben durch unsere Missachtung der Warnungen?

 

Jede, aber wirklich jede „Coolness“ endet vor Wach- und Intensivstationen. Häufig schreien die am lautesten, die zuvor so wenig zur eigenen Mitarbeit bereit waren. Kein Arzt, der solche Schreie von jenen, denen vorher „alles wurscht“ war: „Och, irgendwann stirbt doch jeder“ einmal selbst erlebt hat, vergisst solche Szenen.

 

Ebenso wenig wie irgendjemand, der überzeugt Arzt ist, das verzweifelte, hilflose Sterben jener jetzt am Corona-Virus Erkrankten vergisst, bei denen alle medizinischen Kräfte immer noch nicht kausal, also von der Ursache her, helfen können und oft nur noch hilflos zusehen können. Das ist unendlich schwer, ganz besonders für diesen Personenkreis. Und auch für die Angehörigen der Erkrankten, die in den letzten Stunden nicht mehr selbst ihren Lieben Beistand geben, für sie da sein können. Höchstens noch digital. Für jeden schrecklich.

Das möge jeder Mensch bedenken, der sich jetzt so leichtsinnig über die Ausnahmeregeln hinweg setzt, weil er meint, alles besser zu wissen.

Panikmache? Leider auch hier: Nein! Längst Realität.

 

Daher gilt jetzt für alle ohne Wenn und Aber: Sich wirklich nach den Auflagen zu richten. Um zu verhindern, dass uns dasselbe wie in anderen Ländern passiert und die Ausgangssperre ausgerufen werden muss, weil immer noch viel zu viele Menschen unbelehrbar sind.

Ich mache mich vielleicht auch unbeliebt, wenn ich auch Hundehalter (ich mag Hunde sehr und hatte selbst welche) darauf hinweise, dass auch solche Menschenansammlungen, die beim 'Gassi gehen' harmlos aufeinandertreffen, für alle gefährlich sind. Sie können sich infizieren und nach dem Spaziergang die unsichtbare Infektion auch mit in die eigene Familie schleppen. Immer öfter sehe ich allerdings auch, dass viele erschrocken zuhören, wenn ich sie darauf hinweise, also beileibe nicht alle sind starrsinnig. Das macht wieder Hoffnung!

 

Die Folgen einer Quarantäne durch das Gesundheitsamt für nachweislich/ getestete Infizierte überlegen die wenigsten in Bezug auf ihr eigenes Leben.

Das geht schon beim Thema Hund los. Während bei der Ausgangssperre noch mit dem Hund vielleicht kleine Strecken nahe an der Wohnung gelaufen werden dürfen, ist damit bei der Quarantäne definitiv Schluss. Was Tierhalter abhängig von einer zuverlässigen Hilfe anderer für ihren Liebling macht. Um Hilfe bitten müssen, gibt ein Gefühl der Ohnmacht, Vertrauen müssen, weil man sonst niemanden für den eigenen Hund findet, macht Angst um das geliebte Tier.

‚Zuwiderhandlungen‘, also heimlich doch Gassi gehen, führen womöglich zu noch mehr eingeschlossen sein, die entsprechenden Strafen kann sich jeder im Netz raussuchen.

 

Diese Distanzierung, dieses „Nicht-an-sich-Heranlassen“ von nachgewiesenen Fakten und notwendigen Regeln ist auch eine Form der kognitiven Dissonanz: „Was ich nicht wissen, will, das lasse ich auch nicht an mich heran.“

Im Normalleben nicht ungewöhnlich und das bei weitem nicht nur in den diesbezüglich so beschimpften Führungsetagen, sondern bei jedem von uns.

 

Jetzt hingegen ist diese Einstellung für jeden eine Gefahr. Das ist keine Panikmache, sondern Realität.

Panik machen, heißt unbegründet in die Angst hineintreiben, die real nicht zu begründen ist.

Angst haben hat Gründe. Was Corona angeht, sehr gute Gründe.

 

Erst waren es Apelle zur Vernunft, jetzt sind es bereits drastische Einschränkungen, morgen kann die Ausgangssperre folgen. Muss das sein? Brauchen wir wirklich erst die Gesetze, um einzusehen, was jetzt doch so offenkundig auf der Hand liegt?

 

Da ich selbst aus mehreren Gründen zur definierten Risikogruppe gehöre, kann ich nicht mehr anders helfen, als hier und an anderen medialen Stellen auf die Möglichkeiten hinzuweisen, die wir haben. Es geht dabei nicht um mich. Sondern um die vielen Menschen, die sich gegen solche Unverantwortlichkeit und Unvernunft nicht wehren können.

Ich bezichtige niemanden der Absicht, anderen zu schaden, das sollten wir alle auch nicht tun. Wertungen, Verurteilungen und Ächtungen erzeugen nur noch mehr Widerstand und nützen absolut keinem.

Eine solche Situation haben wir alle, die wir unter 77 Jahre alt sind, zwangsläufig hier in Deutschland nicht erlebt.

Ich habe vor einiger Zeit, noch vor dem „wir bleiben zuhause“ mit einer 90-jährigen gesprochen, die wunderbar klar und hochintelligent ist und sich gut an den Krieg erinnert. Ich fragte sie zur Bedrohung durch Corona und wie sie damit umgehe. Wir saßen über 3 Meter entfernt und sprachen daher etwas lauter.

Sie überlegte etwas und antwortete dann sehr nachdenklich:

„Ja, ich habe den Krieg erlebt. Aber dies hier ist irgendwie auf andere Art unheimlich. Damals hörten wir den Fliegeralarm, wir konnten ausweichen, schnell in die Bunker rennen. Man hatte das Gefühl, man könnte entkommen. Auch nicht immer richtig und es starben viele.

Aber diese Gefahr sieht man ja nicht... Man riecht sie nicht. Man hört sie nicht. Und viele Jüngere werden sorglos, weil es doch so viele geben soll, für die das nur ein Schnupfen gewesen sein soll. Das macht sie sicher leichtsinnig.

Aber wenn das Virus zuschlägt, ist es genauso erbarmungslos wie der Krieg. Nur der konnte wenigstens durch Kapitulation beendet und noch die Überlebenden gerettet werden.

Ihre Stimme wurde leiser:

„Nur wer beendet Corona? Kapitulieren wir nicht schon, wenn wir die Gefahr missachten?“

Eine kluge Frage, die sich jeder selbst beantworten muss.

 

Es ist eben nicht nur die wirtschaftliche Bedrohung. Auch dabei kann ich jede Angst absolut verstehen, die durch die jetzige Situation aufkommt. Bei der ich immer wieder gegen Panik unterstütze, die man von der Angst scharf trennen muss. Die wirtschaftlichen Folgen sind die eine Seite der Situation.

Die gesundheitliche Seite geht noch weiter.

Und hier sind wir alle gefragt: Und so „strange“ das für viele klingen muss: Gerade hier können wir viel tun:

 

Jeder für sich allein und so letztlich doch alle zusammen.

 

Sich fernhalten von Kontakten. Dazu gibt es keine Alternative, das ist der erste und wichtigste Schritt zurzeit.

Weiter ist wichtig, die eigenen Ressourcen, die unter dem Stress natürlich schneller wegschmelzen, selbst zeitnah und bedarfsgerecht wieder aufzufüllen. Panik verlangsamt den Prozess der Regeneration von Ressourcen oder bringt ihn womöglich zum Erliegen. Wir kennen das alle aus irgendwelchen Panik-Situation: Jetzt muss doch schnell eine Lösung und da oben ist Leere. Aber so richtig Leere.

 

Was hilft gegen Panik und beim Stressabbau?

Kurz raus aus der Panik-Situation und rein in die Bewegung – und zwar dort, wo sie aktuell (19.03.20) noch nicht limitiert ist, an der frischen Luft.

Allein für sich oder allein mit Lebenspartner und mit dem eigenen Hund. So lange noch keine Ausgangssperre besteht, eben weiter draußen. Wenn diese kommt, geht es nur noch im kleinsten Umkreis. Für Hunde, die Auslauf brauchen, ist schon das eine Qual.

Wäre nicht auch das ein Grund, sich jetzt komplett an die Maßnahmen zu halten?

 

Bewegung, wie immer Sie sie mögen: Beim Joggen oder den klassischen Kniebeugen des Turnvater Jahn, beim Tanzen oder mittels Krafttraining. Etwas, dass Ihnen ein gutes Gefühl gibt – auch bei aller Anspannung: „So, das wenigstens habe ich schon mal gut geschafft!

 

„Gemeinsam“ ist das derzeit nur möglich, wenn Sie mit Ihrem Lebenspartner zusammen sporteln, da bei einem gemeinsamen Wohnen nach meinen Recherchen, ob WG oder Partnerschaften, von einer Durchseuchung von 100 % innerhalb dieser Wohnung ausgegangen wird.

Alle anderen Kontakte müssen auf der persönlichen face to face Ebene derzeit einfach tabu bleiben!

 

Geht der Sport im Freien nicht mehr – siehe Ausgangssperre oder Quarantäne – bleibt nur die Bewegung am offenen Fenster. Hier geht es weniger um die Figur oder die Fitness, hier geht es um den sehr notwendigen Stressabbau und ein zwischenzeitliches Abschalten, den „Kopf frei kriegen“.

Bewegung ist Leben.

Sie atmen Sauerstoff ein. (Selbst in Großstädten ist jetzt Umweltverschmutzung kein Thema mehr, ähnlich wie damals über China.) Ihre Augen nehmen andere Eindrücke war.

Denken Sie an etwas Schönes! Ganz bewusst, diszipliniert und konsequent.

 

Sie verschaffen Ihrem Kopf, Ihrem Gehirn die so wichtige „Atempause“. Sie bauen, wenn auch sicher pro Übung relativ wenige, aber wenigstens wieder einige der verbrauchten Ressourcen auf. Daher lieber öfter kurze Übungen als einmal lang.

Ihr ganzer Organismus bekommt die Chance, sich von der Panik, dem Druck, den Vorstellungen wieder etwas zu distanzieren. Durchzuatmen, Verbrauchtes auszutauschen, Geleertes zu erneuern. Auch hier empfehle ich nicht die Überdosierung, aber von „Hamster-Trainings“ im Bereich Ressourcenaufbau ist mir noch nichts zu Ohren gekommen.

 

Zu nah dran ergibt ein unscharfes Bild!

 

Hier zu denken: „Dafür habe ich keine Zeit, ich muss jetzt erst mal Lösungen für die aktuelle Krise suchen!“, ist nur für einen Menschen belastend: Den, der das denkt.

Dann geht es Ihnen wie dem Waldarbeiter, der einst sagte, er habe keine Zeit die Säge zu schärfen, weil er weiter sägen müsse, wie Stephen Covey es so eindrucksvoll schilderte. Was mit dem stumpfen Ding naturgemäß deutlich länger dauerte, so wie Sie auf immer weniger Ideen kommen könnten, weil Ihr Hirn überlastet quietscht und kreischt wie abgefahrene Bremsen.

 

Gönnen Sie sich diese gezielten Pausen, Ihr Körper und Ihr Kopf brauchen sie dringend! Und somit auch Sie selbst. Das gilt vermutlich für nahezu jeden. Erlauben Sie sich nicht, währenddessen doch wieder quasi durch die Hintertür in die aktuelle Problemthematik zu rutschen, so sehr das verlockt.

 

Auch Freunden per sms, chat, social media oder am Telefon mitzuteilen, wie schlimm alles derzeit ist, ist kein guter Weg. Damit ist keinem geholfen, hier gilt die alte Weisheit: Geteiltes Leid ist doppeltes Leid.

Das wäre eben keine Atempause.

„Das geht nicht, das macht mein Hirn von allein, ich komme da nicht raus!“ stimmt nachweislich nicht, wenn wir das nicht wollen. Ich habe es bei so vielen Paniktrainings und Angst-Coachings erlebt. Wir haben durchaus die Macht, mit entsprechender Disziplin auf gewisse Zeit in unserem Kopf zu bestimmen: „Jetzt nicht! Das Büro ist derzeit geschlossen! Du da oben (liebes Hirn) hast jetzt Pause!!“

 

Das ist ein Date mit sich selbst.

 

Ein Date ist kein Muss, sondern ein Date wollen wir. Ein ganz entscheidender Unterschied! Eine interne Vereinbarung, für diese kurze und klar abgegrenzte Zeit einmal im Kopf auf „offline“ zu schalten und nur das bisher Erfolgreiche, die schönen Erlebnisse an sich vorüberziehen zu lassen.

Etwas, das uns gut tut.

Die Sonne wahrzunehmen, das Gezwitscher von Vögeln, Geräusche an uns heranzulassen. Sinneseindrücke wieder zu schulen als Kontrapunkt zum Stress. Klingt vielleicht etwas esoterisch für manche. Ist aber reine und sehr bewährte Medizin.

 

Gelingt uns das bewusst, können wir es auch einmal durchführen, wenn wir gerade vorm Laptop oder PC sitzen und total genervt sind. Augen zu, sich kurz aus dem Stress beamen mit den zuvor erlebten Bildern. Braucht Training, geht aber. Und funktioniert als Erste Hilfe bei der gefühlten Überforderung sehr gut.

Wie bei allem Neuen: Mit kurzen Auszeiten starten, bis sie als angenehm wahrgenommen werden können. Dann greifen wir schon von selbst immer öfter zu der „Verlockung“. Das hilft auch langfristig 

 

Denn ein Effekt der Corona-Krise wird uns alle ein wenig verändern, den einen mehr, die anderen weniger: Da die reale Kommunikation so reduziert ist, werden zwischenmenschliche Kontakte zunehmend wieder mehr wert für uns. Das wird bewusster wahrgenommen. Wie immer bei Angeboten, die plötzlich reduziert oder derzeit vergriffen sind.

 

Wir entdecken, dass es gar nicht so einfach ist, ohne direkte menschliche Kommunikation zu leben. Wir erinnern uns gern an den Spaß, die Wärme, das Lachen im Miteinander, die spontanen, für uns direkt an der Körpersprache ablesbaren Reaktionen. Schätzen all das plötzlich viel mehr wert. Jetzt, wo das momentan eben nicht so geht.

 

Diese höhere Wertschätzung menschlichen Miteinanders können wir primär auf uns selbst übertragen. Selbstwertschätzung ist so schnell dahingesagt, den Slogan murmeln viele. Und doch ist sie der Boden, auf dem wir stehen. Mögen die technischen Möglichkeiten auch immer ausgefeilter und teilweise auch wirklich notwendig sein, letztendlich zählt der Mensch.

 

Sehr spannend hierzu der Bericht von Tobias Larsson aus China, wo er seit über 20 Jahren lebt und wie er mitten im Krisenzentrum mit Corona umging: „Erfahrungsbericht aus Shanghai – weiterleben im Coronaland“. https://www.xing.com/news/klartext/erfahrungsbericht-aus-shanghai-weiterleben-im-coronaland-3723

 

Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen die Tipps und Hinweise ein wenig helfen und wünsche Ihnen allen eine stabile Gesundheit, offene Sinne und die Einsicht, Disziplin und Konsequenz, das jetzt unbedingt Nötige an Kontaktstopp auch durchzuhalten.

Bleiben Sie gesund!

Für Unterstützung oder Fragen finden Sie mich hier

 

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